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Kurzfassungen:

(4) Bernhard Lüthi
(3) Margarete Brüll


 

(4) Begegnungen. Malerei aus Utopia und Balgo Hills

Ausgestellt vom 05.06.98 bis zum 16.08.98

Eröffnungsrede von Herr Bernhard Lüthi

Bernhard Lüthi, Künstler und Ausstellungsmacher, verbrachte mehrere Jahre in Australien. Als hervorragender Kenner der Aborigine-Kunst war er Kurator des australischen Beitrages zur Ausstellung "Magicien de la Terre" im Centre Georges Pompidou/Grand Halle la Villette in Paris 1989 sowie Initiator und Kurator der großen Überblicksausstellung "Aratjara. Kunst der ersten Australier" in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen 1993/94 in Düsseldorf.

Zitate aus der vollen Rede:

Mit der Argumentation von "Tradition" verneinen wir anderen Kulturen die Fähigkeit zum innovativen, formalen und ästhetischen Wandel und verbuchen Innovation und den Mut zur Veränderung allein unter die westliche kulturelle Praxis...
Europa hat sich lange Zeit hinter dem Trugbild der unverletzlichen "Authentizität" und der unveränderlichen "Tradition" fremder Kulturen verborgen. Wir haben abgelehnt, die heutigen wirtschaftlichen, politischen, sozialen und nicht zuletzt die ... Innovation zur Kenntnis zu nehmen...
Das ästhetische Konzept der neuen Kunst hat heute nur noch weit entfernte Ähnlichkeit zur formalen Gestaltung der Körperbemalung, zu den Bodenbildern vorausgegangener Generationen. Die in dieser Ausstellung gezeigten Werke sind Ausdruck einer neuen Zeit, es sind künstlerische Innovationen unserer Zeit. Ihrer Ästhetik das Zertifikat der Tradition auszustellen, wäre verfehlt...
Die Streitfrage um "Authentizität" und "Tradition" im Verhältnis zur Zeitgenossenschaft in der bildenden Kunst, in der Literatur, in der darstellenden Kunst und in der Musik, kurz im Kunstgeschehen allgemein, steht in Europa, in Deutschland in Wirklichkeit nur stellvertretend für eine allgemein gültige, gesellschaftliche Reflexion und Ratlosigkeit allem Fremden gegenüber...



 

(3) Gemaltes Land

Ausgestellt vom 20.02.98 bis zum 21.03.98

Eröffnungsrede von Frau Margarete Brüll

Margarete Brüll ist Ethnologin und hat vor einigen Jahren mehrere Monate in Australien verbracht, um eine Ausstellung über die Kultur der Aborigines für das Adelhausermuseum Freiburg vorzubereiten. Sie übernahm den Part der Kunst.

Zitate aus der vollen Rede:

Für sie (die Aborigines) ist das Land mehr als Landschaft, Natur und ökonomische Ressource. In ihrem Weltbild spielt die Trennung von Natur und Kultur/Mensch keine Rolle.
Die Ereignisse und die Ahnen, die zu einem bestimmten Ort gehören, machen den Menschen, der mit ihm verbunden ist, zu einem Teil der Jukurrpa und des Landes. Damit ist die Landschaft eine Erweiterung des Selbst, und sowohl die Landschaft als auch die Menschen werden als Manifestation der Jukurrpa verstanden.
In den Paintings erzählt jeder Künstler seinen Anteil an der Jukurrpa...




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Letzte Änderung am 23.06.98